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Berichte


Ein Tag des magischen Kindes!

Alle Kinder der Schule Robertito sind ans Ufer des Titicacasees gekommen!

Seit den drei Monaten, die wir hier sind, scheint mir, dass die Bolivianer sehr gern etwas feierlich begehen. Es gibt einen Tag für diesen Heiligen, einen Tag für diese Nationalfeier, aber der schönste und der am meisten erwartete ist der Día del Niño, der Tag der Kinder. Lächelnd informieren mich die Lehrer, dass es auf den Tafeln des ganzen Landes nicht eine einzige quietschende Kreide geben wird. Die Lehrer organisieren Spiele, Gesänge und Fussballspiele, nutzen die Pausen, um Kekse und Passacailles zu verteilen, eine Art riesiges Popkorn in leuchtenden Farben, sehr praktisch, um seinen Weg in der Nacht wiederzufinden. Für alle Kinder ist es der Feiertag, auf den sie das ganze Jahr warten.

Da kam der Gedanke auf, den schönsten Tag des Jahres zu organisieren, aus diesem Tag ein noch grösseres Fest für die Kinder unserer Herbergen zu machen. Was kann man den Kindern von Potosí, die von Steinen umgeben sind, Besseres wünschen als diese wunderbare blaue Fläche des Titicacasees, die ländliche Ruhe, weit weg von den Dynamitexplosionen? Der Traum ist Wirklichkeit geworden, und die Kinder von Potosí kamen trotz der im Bus verbrachten Nacht in unserem Restaurant mit einem Lächeln an. Sie hatten nur einen Gedanken: in den See springen und ein Bad nehmen – aber sie wussten noch nicht, welcher Tag sie erwartete. Es kamen noch alle Kinder unserer beiden Häuser am Ufer des Sees. Insgesamt 80 Kinder jeden Alters. Die Kinder unserer verschiedenen Häuser zusammenzubringen ist immer ein einzigartiger Moment: die Horizonte erweitern sich, Land und Stadt und Aymara und Quechua vermischen sich, aber die Geschichten sind dieselben, extreme Armut, Misshandlung, Verlassenwerden oder Tod der Eltern. Unsere Kinder sind von unvorstellbaren Lebensgeschichten geprägt, jedes Lächeln, jedes Lachen, jede Umarmung eines Freundes ist dem entrissen, was sie hätte zerstören müssen. Aber oft kommt die Vergangenheit wieder hoch, in einem bösen Wort, in einer Rauferei, in einer Härte des Körpers und der Seele. Die Resilienz ist ein schwerer Weg, aber die Kinder sind voller Träume und gehen ihn unablässig.

Wir haben von der wertvollen Hilfe von Schülern der Hotelfachschule von La Paz profitiert, mit der wir eine Vereinbarung geschlossen haben, die es den Schülern ermöglicht, ihre Praktikumstage im Restaurant von Voix Libres zu absolvieren. Sie konnten sich einen Tag freinehmen und kamen mit offenem Herzen, um den Kindern alles zu geben. Carlos Vargas, Superstar Boliviens, Torhüter der Fussballnationalmannschaft, Pate der Kinder und Botschafter von Voix Libres, berührt von unserer Arbeit und den schrecklichen Zuständen, gegen die die Stiftung kämpft, ist extra gekommen, um mit den Kindern über den Wert des Durchhaltewillens zu sprechen und darüber, wie wunderbar es ist, seine Träume zu verwirklichen.

Die Idee war, auf Schatzsuche zu gehen. Niemand hatte jemals etwas davon gehört, aber das ganze Team der ehrenamtlichen Helfer war sehr schnell enthusiastisch. Gemeinsam mussten die Kinder Prüfungen bestehen, um den Schwarzen Riesen zu besiegen. Die Geschichte, die vor dem Spiel erzählt wurde, war die eines kleinen Dorfes voller glücklicher und unbeschwerter Menschen. Der Schwarze Riese, der sich von Groll, Wut, Hass und Selbstentwertung ernährt, kam eines traurigen Tages und errichtete durch geduldige Lügen seine Herrschaft, die so dunkel wie sein Herz war. Die Kinder hatten als Aufgabe erhalten, ihn zu besiegen. Da kamen meine Stelzen zum Einsatz, und während des ganzen Spiels ging der Schwarze Riese durch die Gruppen und versuchte, die Fähigkeiten der Kinder zu diskreditieren, Raufereien und Zwietracht entstehen zu lassen, und erklärte, sie seien unfähig, seine Herrschaft zu beenden. Allmählich antworteten die Kinder mit Wahrheiten: "nein, das stimmt nicht, ich bin wertvoll, ich bin fähig", "ich will dir nicht zuhören, du lügst", "nein, ich will ihn nicht schlagen, ich mag ihn" usw. Und schliesslich drängten sie den Riesen, der keine Macht mehr über sie hatte, weg. Am Ende des Spiels stellten alle die schwer erlangten Teile der Schatzkarte zusammen und, im Kreis, vereint gegen den Riesen, schrien sie ihm zu "si tengo valor, si yo soy capaz de lograr mis sueños" (ja, ich bin wertvoll, ja, ich bin fähig, meine Träume zu verwirklichen), beendeten so seine Herrschaft und entrissen ihm den Tresorschlüssel. Neben den obligatorischen Bonbons enthielt der Schatz eine Mitteilung: "Vergiss nicht, dass du der grösste Schatz bist." Ein grosser Tag voller Lachen und Emotionen. Über die von den Kindern voll gelebte Fiktion hinaus, ist unser Wunsch, wirklich diesen Riesen und alles, was er personalisiert, zu besiegen, diesen Kindern eine Zukunft zu bieten, die sie ohne Voix Libres nicht haben würden.

Grossen Dank von diesen Kindern für alles, was Ihre Unterstützung zu erfinden ermöglicht, für diese regenerierenden Leben, für dieses Lächeln und diese Freude..

Sébastien (begleitet von Eléonore und Benoît)

Maud Brischoux

Koordinatorin von Voix Libres in Strassburg,
Maud Brischoux studierte Internationale Beziehungen
und hat einen Master in Entwicklungshilfe. Sie kehrt aus Bolivien zurĂĽck.

Juni 2007

Gracias a la vida

Danke an das Leben
Das Lied, das in meinem Herzen nachhallt.
Das Lieblingslied von Ruben, Camila, Ana, Ines und Paula.
Die Kinder vom Titicacasee singen dieses Lied aus vollem Hals und halten sich dabei an den Händen.

Gracias a la vida
Ein Lied, das aus dem tiefsten Schweigen,
der ungerechtesten aller Welten erklingt,
in der die sechsjährige Rebecca weinend fragt:
"Warum mĂĽssen wir Kinder
so sehr leiden?"

In ihren Zeichnungen halten sie auf schmerzliche Weise
ihre gewalterfĂĽllte Vergangenheit fest.

Schläge mit Peitschen und Eisenstangen,
Einsamkeit, Vergewaltigungen und Zwangsarbeit.
Claudia war den ganzen Tag
in der Wohnung eingesperrt,
Isamar wurde von seiner Mutter allein gelassen,
Camila wurde gezwungen, ihre eigenen Exkremente zu essen.

Sie, die das Leben nicht verschont hat,
die verlassen, mit FĂĽssen getreten, verstĂĽmmelt und diskriminiert wurden,
bringen ihre gesamte Energie auf, um DANKE zu sagen.

Eine unglaubliche Kraft und Bereitschaft,
zu verzeihen, zu lieben, zu geben, ohne zu zählen,
und dem Leben ganz spontan wieder Menschlichkeit zu verleihen.

Danke, dass Sie an ihrer Seite sind und ihnen den Mut geben,
Nein zur Unmenschlichkeit zu sagen.

Maud Brischoux

Olivier Reymermier

Olivier Reymermier in Begleitung von Carola, Leiterin von Voix Libres in La Paz, und drei ehemaligen Strassenkindern

Februar 2007

Voix Libres
oder der Traum, der sich alle Augenblicke erfĂĽllt

Ich komme aus Bolivien mit dem Gefühl zurück, mein Ideal verwirklicht zu haben: Leben an einem Ort einflössen, wo der Tod allgegenwärtig ist, dem Funken Hoffnung, der den gebrochenen Körpern geblieben ist, mein Vertrauen geben.
Ich kehre stolz auf die humane, effiziente und gerechte Arbeit zurück, die unsere Teams unablässig leisten, damit die Armen wieder Selbstvertrauen gewinnen und ihr verfluchtes Schicksal zum Guten wenden.
Ich möchte Ihnen auch sagen, dass jeder Cent, den Sie spenden, dort Gold wert ist.
Er wird bestmöglich verwendet, streng kontrolliert und vermehrt sich so.
Wenn Sie wüssten, wie viel Disziplin notwendig ist, damit jeder Koordinator seine Verantwortung übernimmt und die rettende Geste, die Hoffnung spendenden Worte nicht auf den nächsten Tag verschiebt.

Olivier Reymermier,
Programmverantwortlicher

Ophélie Schnoebelen

 

Ophélie Schnoebelen und ein Kind unseres Wohnheims in Potosí
sehen sich eine Walipina an

September 2005

Erste Reise nach Bolivien

Ich arbeite seit 6 Jahren fĂĽr Voix Libres und dachte, ich wĂĽsste, was mich erwarten wĂĽrde. Aber die Wirklichkeit auf 5 000 Meter Höhe in diesen Bergen ist schlimmer als jeder Albtraum – die vom Zusammenpressen verkrampften MĂĽnder, faltigen Gesichter und Greisenhände der fĂĽnfjährigen Kinder mit erloschenen Augen, mit gefrorenen FĂĽssen barfuss im Schnee.
In der Mine habe ich die tiefere Bedeutung des Wortes Schicksal verstanden: wenn Tod und Leiden das einzige Erbe eines Familienbaums mit gebrochenen und verstümmelten Ästen sind – der Vater stirbt mit 35 Jahren und die Grossmutter mit 44 Jahren.
Ich habe Frauen gesehen, nachdem sie 3 Jahre Mikrokredite erhalten haben, die fröhlich und stolz sind, vor 500 Menschen sprechen, ihr Leid hinausschreien, dieselben Frauen, die sich früher schämten und schwiegen, die weinen, ihre Träume mitteilen, Pläne schmieden. Sie halten sich gerade, der Blick ist fest: "Alle meine Kinder gehen zur Schule und können lesen und schreiben." – Und sie auch.

Sie "säen" Mut und sind grossartige Beispiele für alle, die darauf warten, ihr Mikrounternehmen zu lancieren. So wie Manuela, 20 Jahre, die in ihrer 4 m² grossen Steinunterkunft Angst hatte, ihren Kindern am Weihnachtsabend nichts zu essen geben zu können.
Danke von ganzem Herzen für das schönste Weihnachtsgeschenk, das Sie diesen Frauen machen können: einen Mikrokredit.

"Ich habe das Wunder der Walipinas gesehen, dieser halbunterirdischen Treibhäuser, in denen auf 4 000 Meter Höhe fĂĽnfmal jährlich geerntet werden kann. Es sind reichhaltige Gärten auf der wĂĽstenartigen Hochebene. Heute ernähren ĂĽber 25 Walipinas unterernährte Kinder der ländlichen Gegenden Boliviens."

Ophélie Schnoebelen,
Direktorin von Voix Libres Frankreich